Babymassage
von Karen Sokal-Gutierrez
Shared by Rick from Cheektowaga
Babys erkunden die Welt mit ihren Sinnen, und ihr größtes Sinnesorgan ist die Haut. Vom Moment der Geburt an macht das Baby seine ersten Erfahrungen über die Haut – es fühlt die Gebärmutter, die es nach draußen in die Welt schiebt, es fühlt die kalte Luft auf seiner Haut, es fühlt, wie es gerubbelt oder sanft auf den Po geklopft wird, damit es seinen ersten Atemzug macht, und es fühlt, wie es zum Saugen an die Brust seiner Mutter gelegt wird.

Ebenso wie Tierbabys für eine gesunde Entwicklung abgeleckt und gestreichelt werden müssen, brauchen auch Menschenbabys Berührungen. Und Eltern fühlen einen natürlichen Drang, ihr Baby zu berühren – seine Haut zu streicheln, mit seinen Fingern und Zehen zu spielen, es auf den Kopf zu küssen, auf seinen Bauch zu pusten und mit ihm zu kuscheln.

Die Babymassage ist einfach nur eine Ergänzung dessen, was Sie von sich aus tun. Sie berühren und streicheln Ihr Baby dabei mit bestimmten Techniken. Die Babymassage wird seit Jahrhunderten von asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Kulturen praktiziert, und seit Kurzem hat sie weltweit große Popularität erlangt.

Die Vorteile der Babymassage
Im Verlauf der letzten beiden Jahrzehnte haben Studien gezeigt, dass die Babymassage zahlreiche Vorteile für Babys und Eltern hat. Experten sind sich einig, dass diese Art des Körperkontakts die physische und emotionale Entwicklung von Babys fördert. Sie trägt auch zum Aufbau einer engen Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Baby und zu Ihrem Selbstbewusstsein und Wohlbefinden als Eltern bei.

Zahlreiche Studien haben ergeben, dass die Babymassage sich besonders positiv auf Babys auswirkt, bei denen ein Risiko auf physische Störungen oder Entwicklungsstörungen besteht. Es wurde festgestellt, dass Frühgeborene in Krankenhäusern, die regelmäßig Babymassagen erhalten, aufmerksamer und aktiver sind und außerdem hinsichtlich Kreislauf, Atmung, Wachstum und Entwicklung bessere Fortschritte machen. Babys profitieren im gleichen Maß von der Massage, egal, ob sie von einer ausgebildeten Fachkraft oder von einem Elternteil durchgeführt wird. Eine weitere Studie mit Müttern, die an postnataler Depression litten, zeigte, dass Mütter besser mit ihrem Baby spielen und es auch besser beruhigen konnten, wenn sie es regelmäßig massierten. Die Babys selbst wurden ruhiger, aufnahmebereiter und entwickelten bessere Schlafmuster.

Befürworter der Babymassage sind der Meinung, dass alle Babys und Eltern davon profitieren können. Die meisten Eltern stellen fest, dass es eine Zeitlang dauert, bis sie sich auf den Rhythmus ihres neugeborenen Babys eingestellt haben. Sie werden während der täglichen Wachphasen Ihres Babys bald erkennen, zu welchen Zeiten es ruhig und zu welchen es quengelig ist. Sie werden lernen, wann und wie Sie Ihr Baby beschäftigen und stimulieren sollten und wann und wie Sie es beruhigen sollten, wenn es quengelig ist. Mit der Zeit werden Sie herausfinden, wie Sie Ihr Baby füttern sollten, wie Sie es berühren sollten, wie Sie mit ihm sprechen und ihm vorsingen sollten und wie Sie Ihre Mimik einsetzen können, um es sanft zu rhythmischen Bewegungen zu ermuntern – Sie erkennen, was Ihr Baby Ihnen mitteilen möchte, reagieren darauf, erkennen seine Antwort und reagieren erneut. Wenn Sie Ihr Baby regelmäßig massieren, erfahren Sie dabei, wie es auf Ihre Berührungen reagiert, und Sie erleichtern es Ihrem Baby zu lernen, dass es auf Anregungen entspannt reagieren kann. Durch Ihre sanften Berührungen in Verbindung mit Ihrem beruhigenden Lächeln und Ihrer Stimme wird Ihr Baby lernen, Ihnen zu vertrauen und sich zu entspannen, und es wird sich wohl in seinem Körper fühlen.

Die Babymassage ist für Väter eine besonders gute Möglichkeit, eine Beziehung zu ihrem Baby aufzubauen und ihre sanfte, fürsorgliche Seite kennenzulernen. Viele Väter beklagen sich darüber, dass Mutter und Baby durch die Schwangerschaft und Stillzeit eine so einzigartige körperliche Verbindung aufgebaut haben, wie es einem Vater niemals möglich sein wird. Doch die Babymassage gibt Vätern die Gelegenheit, eine intime körperliche Verbindung zu ihrem Baby aufzubauen.

Techniken für Babymassagen
Es gibt viele verschiedene Techniken für die Babymassage. Allen Massagetechniken ist gemeinsam, dass sie die Haut des Babys sowie die darunterliegenden Muskeln und Organe sanft stimulieren. Auf diese Weise werden auch der Kreislauf, die Verdauung und das Nervenwachstum angeregt.

Besprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, ob Ihr Baby von der Babymassage profitieren könnte. Sie können im Allgemeinen mit dem Massieren Ihres Babys beginnen, wenn es sich in einer stabilen Verfassung befindet. Achten Sie darauf, empfindliche Bereiche zu meiden, etwa den Bereich der Nabelschnur, bevor der Nabel verheilt ist.

Sie können Ihr Baby tagsüber oder abends massieren, wenn es wach und ruhig ist. Das kann nach dem Füttern sein, vor oder nach dem Mittagsschlaf, nach einem Bad oder vor dem Zubettgehen. Das Ziel ist, den ganzen Körper Ihres Babys zu massieren, einen Teil nach dem anderen. In der Regel beginnen Sie die Massage an den Füßen Ihres Babys und arbeiten sich dann über den gesamten Körper nach oben bis zum Kopf vor, der empfindlicher sein kann.

Viele Eltern stellen fest, dass ihr neugeborenes Baby sehr empfindlich darauf reagiert, wenn seine Haut nackt ist und sein Körper berührt wird. Es toleriert dann nur sanfte und kurze Einheiten. Aber im Lauf der folgenden 6 Monate wird sich Ihr Baby bei den Massagen immer wohler fühlen und kann dann auch längere Einheiten genießen. Ältere Babys und Kleinkinder winden sich vielleicht und krabbeln weg, aber Sie können noch immer ruhige Phasen finden, in denen Ihr Kind die Massagen weiterhin genießen kann.

Befolgen Sie bei der Babymassage diese einfachen Schritte:

1) Beginnen Sie mit den Füßen Ihres Babys. Streichen Sie mit Daumen und Zeigefinger entlang der Fußsohle von den Zehen bis zur Ferse und entlang des Fußrückens von den Zehen bis zum Knöchel.

2) Halten Sie nun das Bein Ihres Babys mit einer Hand sanft am Knöchel fest, und streichen Sie mit der anderen in einer langsamen, sanft kreisenden Bewegung vom Knöchel bis zur Hüfte. Wechseln Sie dann die Seite.

3) Widmen Sie sich dann den Händen Ihres Babys. Öffnen Sie die Hand Ihres Babys mit Ihrem Daumen, und streichen Sie sanft über die Handfläche und den Handrücken. Rollen Sie jeden Finger Ihres Babys zwischen Zeigefinger und Daumen.

4) Halten Sie das Handgelenk Ihres Babys mit einer Hand fest, und streichen Sie dann mit der anderen Hand vom Handgelenk zur Schulter. Massieren Sie dann jede Schulter mit sanften kleinen Kreisbewegungen.

5) Streichen Sie mit leichten, kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn über den Bauch Ihres Babys direkt unterhalb des Brustkorbs. Sparen Sie dabei den Nabel aus, solange er noch nicht verheilt ist.

6) Legen Sie dann beide Hände auf die Mitte der Brust Ihres Babys. Streichen Sie sanft nach außen zu beiden Seiten, und streichen Sie nach unten und wieder nach oben zur Mitte der Brust.

7) Umfassen Sie den Kopf Ihres Babys mit Ihren Händen. Streichen Sie mit sanften, kreisenden Bewegungen im Bereich des Scheitels und der Ohren über den Kopf Ihres Babys. Sparen Sie die weichen Stellen aus.

8) Legen Sie Ihr Baby auf den Bauch. Legen Sie nun beide Hände auf den Rücken Ihres Babys. Streichen Sie langsam von den Schultern zum Po und wieder zurück zu den Schultern.

Wenn Sie mehr erfahren oder einen Babymassagekurs besuchen möchten, fragen Sie bei Ihrem Kinderarzt, einer Elternberatungsstelle oder in einem Kinderkrankenhaus nach einem zertifizierten Kursleiter für Babymassage oder besuchen Sie die Website der Internationalen Gesellschaft für Babymassage unter http://www.iaim.net/languages/german.