Warum krabbelt mein 7 Monate altes Kind noch nicht?
von Dr. Bettye M. Caldwell
F: Kyle, mein 7,5 Monate alter Sohn, benutzt seine Ellbogen und Knie, um sich vorwärts zu bewegen, sein Bauch bleibt dabei jedoch am Boden. Er nimmt zwar die Haltung zum Krabbeln ein, plumpst dann aber wieder auf den Bauch. Sitzen kann er nur, wenn ich ihn in diese Position bringe. Wenn er sich nach etwas streckt, kippt er vornüber. Wenn ich ihm etwas zeige oder mit ihm spiele, lächelt er und lacht mich auch immer an, aber er ahmt nichts von dem nach, was ich ihm vormache. Muss ich mir Sorgen machen?
Kristen Elyria
A: Liebe Kristen, es klingt nicht so, als müssten Sie sich Sorgen machen – bestimmt nicht aufgrund dessen, wovon Sie in Ihrer Frage berichten. Es klingt vielmehr, als würden Sie meinen Sohn in diesem Alter beschreiben. Er konnte sich nicht selbst hinsetzen, aber er fand es toll, wenn ich ihn auf den Boden setzte. So hatte er beide Hände frei, um mit seinen Spielzeugen zu spielen, und musste sich nicht mit den Ellbogen abstützen, wie er es in der Bauchlage hätte tun müssen. Wenn er sich zu weit nach vorn lehnte und vornüber kippte, heulte er, bis ich ihn wieder aufsetzte. Und er kroch auf dem Bauch vorwärts, bis er 10 Monate alt war.

Eine interessante Erkenntnis ist, dass heute anscheinend nicht mehr so viele Kinder krabbeln wie früher. Das mag daran liegen, dass heute allgemein empfohlen wird, Kinder auf dem Rücken schlafen zu lassen, weil viele Menschen Angst vor dem plötzlichen Kindstod haben. Einige der Kinder, die nicht krabbeln, rutschen auf ihrem Po umher und legen mit diesem unbeholfen wirkenden Bewegungsablauf beachtliche Strecken zurück. Es klingt aber so, als würde Kyle gute Fortschritte in Richtung des ganz normalen Krabbelns machen. In etwa einem Monat wird er hauptsächlich seine Hände und Knie benutzen und seinen Bauch vollständig vom Boden weg anheben.

Was das Vormachen von Dingen und das Spielen betrifft, erwarten Sie vielleicht zu viel von ihm. In seinem Alter geht kaum etwas über Guck-guck-Spiele. Verstecken Sie sein Gesicht hinter einer Serviette, und fragen Sie: „Wo ist Kyle?“ Nehmen Sie anschließend die Serviette wieder weg, und sagen Sie dabei fröhlich: „Da ist Kyle. Guck-guck!“ Achten Sie darauf, ob er lächelt oder aufgeregt wirkt. Verstecken Sie dann Ihr Gesicht auf die gleiche Weise, und fragen Sie: „Wo ist Mama?“ Nehmen Sie anschließend die Serviette wieder weg, und sagen sie: „Da ist Mama. Guck-guck!“ Fragen Sie ein wenig später, bevor Sie mit dem Spiel beginnen: „Möchtest du ,Guck-guck‘ spielen?“ Wahrscheinlich wird er Ihnen irgendwie signalisieren, dass er das möchte.

Mein anderes Lieblingsspiel für Kinder in Kyles Alter heißt „So groß.“ Fragen Sie: „Wie groß ist Kyle?“ Fassen Sie dann seine Arme mit Ihren Händen, heben Sie sie über seinen Kopf, und sagen Sie dabei: „Kyle ist soooo groß.“ Schon bald wird er auf die entsprechende Frage hin seine Arme ohne Ihre Hilfe heben.

Und haben Sie Spaß! Die letzten Monate im ersten Lebensjahr eines Kindes sind einfach wunderbar. Lassen Sie nicht zu, dass die Sorgen überhandnehmen und diese Freude trüben.