Wie lange sollte ein 4 Monate altes Baby schlafen?
von Karen Sokal-Gutierrez
F: Ich habe Schwierigkeiten, meine 4 Monate alte Tochter zum Schlafen zu bringen. Zwischen 21.00 und 21.30 Uhr beginnt sie ihre Nacht im Kinderbett. Für gewöhnlich wacht sie zwischen 0.30 und 1:00 Uhr auf, weil sie Hunger hat. Um diese Zeit stille ich sie. Normalerweise schlafe ich mit ihr an der Brust ein, aber wenn ich aufwache und sie wieder ins Kinderbett legen möchte, wacht sie auf. Dieser Kreislauf beginnt alle drei Stunden von vorn. Wie kann ich ihr beibringen, nach dem Stillen in ihrem Kinderbett zu schlafen?
Tamela St. Petersburg
A: Liebe Tamela, das ist eine der häufigsten Sorgen, die Eltern haben: Wie kann es gelingen, dass Eltern und Baby die Nacht durchschlafen können?

In den ersten Lebensmonaten müssen Babys alle paar Stunden gefüttert werden, auch nachts. Aber ab einem Alter von 4 bis 6 Monaten kann der Magen der meisten Babys genug Nahrung aufnehmen, dass sie die Nacht durchhalten können. Das bedeutet, dass Ihre Tochter, wenn sie tagsüber genug Nahrung bekommt, nachts nicht vor Hunger aufwachen sollte. Auch wenn es den Anschein haben mag, dass sie hungrig ist, wenn sie aufwacht und an Ihrer Brust trinkt, dient das Stillen nachts wahrscheinlich mehr der Beruhigung.

Aber warum wacht Ihre 4 Monate alte Tochter dann alle drei Stunden auf? Ihr natürlicher Schlafrhythmus sorgt dafür, dass Babys im Lauf der Nacht alle drei Stunden in einen leichteren Schlaf verfallen. Zwar besagt der Ausdruck „schlafen wie ein Baby“, dass Babys die ganze Nacht tief und fest durchschlafen, aber tatsächlich wachen sie in der Regel mehrmals nachts auf und schlafen direkt wieder ein.

Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihrem Baby dabei helfen können, nachts durchzuschlafen:
  • Versuchen Sie Ihrer Tochter beizubringen, dass sie tagsüber wach sein und nachts schlafen soll. Kuscheln Sie tagsüber mit ihr, spielen Sie mit ihr und gehen Sie mit ihr draußen spazieren. Schläft sie tagsüber für mehr als drei Stunden ein, wecken Sie sie sanft, um noch etwas mit ihr zu spielen und sie zu füttern. Das wird es ihr erleichtern, ihre längere Schlafphase für nachts aufzusparen.
  • Stellen Sie sicher, dass sie tagsüber und abends vor dem Einschlafen genug Nahrung zu sich genommen hat. Es ist toll, dass Sie stillen. So bekommt Ihr Baby die beste Nahrung. Im Alter von 4 bis 6 Monaten können Sie damit beginnen, Ihrem Baby zusätzlich Brei gemischt mit Muttermilch sowie püriertes Gemüse und Obst zu geben. An den folgenden Anzeichen können Sie erkennen, dass Ihre Tochter bereit dafür ist: sie streckt sich nach Essen, sie kann ihren Kopf gut kontrollieren, sie streckt ihre Zunge nicht zu weit vor und sie kann gut schlucken. Stellen Sie sicher, dass sie abends genug Nahrung zu sich genommen hat und stillen Sie sie eventuell noch einmal vor dem Zubettgehen.
  • Etablieren Sie ein bestimmtes Gute-Nacht-Ritual für das Zubettbringen am Abend, etwa ein Bad, Vorlesen aus einem Buch, ein Lied oder einen Kuss, bevor Sie das Licht ausmachen. Durch das Gute-Nacht-Ritual sollte das Zubettgehen von den kurzen Schlafphasen tagsüber abgegrenzt werden, sodass Ihre Tochter schließlich lernt, dass es tatsächlich „gute Nacht“ bedeutet – und für die ganze Nacht gilt.
  • Wenn sie alle drei Stunden aufwacht, helfen sie ihr zu lernen, wie sie wieder selbstständig einschlafen kann. Warten Sie ein paar Minuten ab, vielleicht regt sie sich nur ein bisschen auf und kann eigentlich schon ganz gut von selbst wieder einschlafen. Wenn Sie weiter weint, sehen Sie nach ihr. Es kann hilfreich sein, wenn das der Vater statt der Mutter übernimmt, denn bei Ihrem Anblick wird sie die Brust wollen. Schalten Sie jetzt nicht das Licht an, nehmen Sie sie nicht auf den Arm und stillen Sie sie nicht. Beruhigen Sie sie mit sanfter Stimme, streicheln Sie sie sanft, und gehen Sie dann wieder. Sie können diese Abfolge von Warten und Nachsehen so lange wiederholen, bis sie einschläft. Vielleicht fällt es Ihnen zunächst schwer, Ihrem Baby beim Weinen zuzuhören, aber wenn Sie sich vergewissert haben, dass alles in Ordnung ist, versuchen Sie, an Ihrem Plan festzuhalten. Ihre Konsequenz wird Ihrer Tochter und auch Ihnen helfen. Warten Sie jede Nacht ein bisschen länger ab, bis sie lernt, sich selbst zu beruhigen und einzuschlafen. Bei vielen Babys klappt das schon nach drei Tagen konsequenten Wartens und Nachsehens. Bei anderen dauert es ein bisschen länger.