Babynahrung
von Karen Sokal-Gutierrez
Im Alter von 4 bis 6 Monaten, wenn Ihr Baby Getreidebrei gut vom Löffel essen kann, ist es auch schon bereit dafür, verschiedenste andere Nahrungsmittel kennenzulernen. Manche Babys stürzen sich begeistert in das Abenteuer der neuen Esserfahrungen, während andere langsamer und zögerlicher Fortschritte machen. Im Alter von einem Jahr wird Ihr Kind jedoch verschiedenstes Obst, Gemüse und Fleisch essen, und es wird von den unterschiedlichen Farben, Geschmacksrichtungen und Konsistenzen der Nahrungsmittel begeistert sein.

4 bis 6 Monate: Pürierte Nahrung
Die erste feste Nahrung, die Ihr Baby bekommt, sollte püriert sein, um Erstickungsgefahr zu vermeiden. Viele Ernährungsexperten raten, mit orangefarbenem Gemüse zu beginnen (z. B. Süßkartoffeln, Kürbis und Karotten). Danach sind die anderen Gemüsesorten an der Reihe (z. B. Erbsen, Bohnen, Rote Beete), dann pürierte Früchte (z. B. Bananen, Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Pflaumen) und schließlich Joghurt, püriertes Hühnchenfleisch und andere Fleischsorten.

Sie können die Nahrung für Ihr Baby selbst herstellen, indem Sie die Nahrungsmittel kochen, bis sie weich sind, und sie dann mit einer Gabel zu Brei zerdrücken oder in der Küchenmaschine oder mit einem Pürierstab pürieren. So können Sie Geld sparen und sicherstellen, dass die Nahrung frisch ist und keine Zusätze wie Salz, Zucker oder Konservierungsmittel enthält. Doch bitte beachten Sie: Bereiten Sie Rote Beete, Steckrüben, Karotten, Kohl und Spinat nicht selbst für Ihr Baby zu, denn diese Gemüsesorten können sehr nitratreich sein, was bei Babys zu Anämie (Blutarmut) führen kann. Wenn Sie Ihr Baby mit kommerziell zubereiteter Babynahrung aus dem Gläschen füttern, beachten Sie, dass die geeignete Anfangsnahrung als "nach dem 4. Monat" gekennzeichnet ist. Diese Babynahrung ist praktisch und wurde auf ihre Sicherheit getestet. Sie können sich auch dafür entscheiden, Ihr Baby mit Bionahrung zu füttern, um es weniger Pestiziden, Düngemitteln, Hormonen, Antibiotika, Farbstoffen, Wachsen und anderen Chemikalien auszusetzen.

Normalerweise dauert es einige Monate, bis Ihr Baby alle pürierten Nahrungsmittel kennengelernt hat. Geben Sie ihm zu Beginn nur ein neues Nahrungsmittel auf einmal über zwei oder drei Tage, und achten Sie auf mögliche Anzeichen für allergische Reaktionen wie Erbrechen, Durchfall oder Ausschläge. Es kann sein, dass Ihr Baby bei den ersten Malen, wenn es etwas Neues probiert, sein Gesicht verzieht, das Essen ausspuckt oder sogar würgt. Aber machen Sie sich keine Sorgen – das ist seine natürliche Reaktion auf einen neuen Geschmack und eine neue Konsistenz. Versuchen Sie es bei der nächsten Mahlzeit erneut, und mit der Zeit wird Ihr Baby das neue Nahrungsmittel wahrscheinlich akzeptieren.

6 bis 12 Monate: Grob zerkleinerte Nahrung, Häppchen, Löffel und Tasse
Wenn Sie sehen, dass ihr Kind das Essen im Mund hin und her bewegt und es hörbar vor sich hin mampft, ist es für den nächsten Schritt bereit: Groberes und großstückigeres Essen.

Beginnen Sie mit grob zerkleinerter Nahrung wie weich gekochtem, zerdrücktem Gemüse, zerdrückten Kartoffeln und zerdrücktem Reis. Kann Ihr Kind das gut schlucken, bieten Sie ihm als Nächstes weiche Nahrungsmittel an, etwa weich gekochte Nudeln, gekochtes Gemüse, weiche Früchte und gut durchgekochtes Fleisch, das Sie zuvor in sehr kleine Stücke (max. 0,5 cm große Würfel) geschnitten haben. Hersteller für kommerzielle Baby- und Kindernahrung kennzeichnen diese grob zerkleinerte, gemischte Nahrung als "nach dem 6./7. Monat" oder "nach dem 8./9. Monat".

Wenn Sie beobachten, dass Ihr Kind sich nach seinem Essen streckt, um es mit den Fingern oder der ganzen Hand zu greifen und in den Mund zu stecken, ist es bereit für Nahrungshäppchen. Sie können ihm nun außer Stückchen von Nudeln, Gemüse, Fleisch (alles gekocht) und weichen Früchten auch Getreideflocken, Kekse, Toast, Käsestückchen, Tofustückchen und Stückchen von Rührei aus Eidottern anbieten. (Gekochtes Eiweiß kann Allergien auslösen, weshalb Sie Ihr Kind erst ab dem Alter von einem Jahr davon kosten lassen sollten.) Jetzt können Sie auch damit beginnen, Ihr Kind am Tisch von Ihren Speisen mitessen zu lassen, sofern es sich um weiche Nahrung handelt, die Sie in kleine Stücke geschnitten haben.

Ab dem Alter von 8 bis 9 Monaten können Kinder normalerweise gut greifen, sodass Sie Ihrem Kind nun einen Löffel oder eine Tasse in die Hand geben können. Zeigen Sie ihm, wie es den Löffel in sein Essen stecken und dann zum Mund führen kann und wie es die Tasse zum Mund führen und kippen kann, um daraus zu trinken. Es wird mit dem Löffel und der Tasse zunächst schlagende und schwingende Bewegungen machen und dabei Essen und Getränke auf seinem Gesicht, seinen Haaren, seinen Kleidern und auch auf dem Boden verteilen. Geben Sie Ihrem Kind anfangs einen Löffel in die Hand, während Sie es mit einem weiteren Löffel füttern. Nach einigen Monaten üben (und umherspritzen) wird es bis zu seinem ersten Geburtstag gelernt haben, selbstständig mit dem Löffel zu essen und aus einer Tasse zu trinken.

Eine ausgewogene Ernährung anstreben
Sobald Ihr Kind eine größere Anzahl von Nahrungsmitteln isst, versuchen Sie, ihm bei jeder Mahlzeit eine gesunde Auswahl anzubieten. Eine gute Faustregel ist es, verschiedenfarbige Nahrungsmittel anzubieten, um zu gewährleisten, dass die Mahlzeit unterschiedliche Nährstoffe enthält und das Essen für Ihr Kind interessant ist und ihm Spaß macht. In der Ernährungspyramide sind die Grundnahrungsmittel dargestellt, die jede Mahlzeit enthalten sollte:
  • Brot und Getreideprodukte (dazu gehören Nudeln, Reis, Getreidekörner, Kartoffeln): Sie liefern Energie, Ballaststoffe, Eisen und die Vitamine B und E.
  • Früchte und Gemüse: Sie liefern Ballaststoffe, die Vitamine A und C sowie Folsäure.
  • Fleisch, Geflügel, Fisch (dazu gehören gekochte getrocknete Bohnen, Tofu, Eier): Sie liefern Proteine, Eisen und B-Vitamine.
  • Milch und Milchprodukte (dazu gehören Käse und Joghurt): Sie liefern Proteine, Kalzium und die Vitamine A und D.
Wie viel Nahrung braucht ein Kind?
Kleine Kinder essen bei drei Mahlzeiten normalerweise etwa 120 g (die in einem kleinen Gläschen Babynahrung enthaltene Menge) pro Mahlzeit. Einige Kinder haben jedoch mehr Appetit und andere weniger. Beginnen Sie mit kleinen Portionen (1 Teelöffel von jedem Nahrungsmittel) und bieten Sie mehr an, wenn Ihr Kind Ihnen zeigt, dass es noch hungrig ist. Sie müssen Ihr Kind nicht zum Essen zwingen. Wenn Sie ihm eine gesunde Auswahl an Nahrungsmitteln anbieten, ist es von sich aus in der Lage, so viel zu essen, wie es braucht. Achten Sie auf Anzeichen dafür, dass Ihr Kind satt ist: Es schließt seinen Mund, schüttelt den Kopf, dreht den Kopf weg, schiebt das Essen mit den Händen weg und zappelt. Dann sollten Sie mit dem Füttern aufhören.

Wie viel Milch braucht ein Kind?
Im Alter von 6 bis 12 Monaten sollte Ihr Kind zunehmend feste Nahrung essen und weniger Milch trinken. Wenn Sie stillen, genügen in der Regel drei bis fünf Mahlzeiten pro Tag. Wenn Sie Ihr Kind mit der Flasche füttern, sollten Sie nicht mehr als etwa 700 bis 950 ml pro Tag anstreben. Ab dem Alter von einem Jahr sollte Ihr Kind nur noch 450 bis 700 ml Milch pro Tag trinken. Kinder, die zu viel Milch trinken, sind davon schon satt und haben keinen Appetit mehr auf feste Nahrung. Das kann wiederum zu Anämie und Wachstumsstörungen führen. Füttern Sie Ihr Kind dann, wenn es am hungrigsten ist, zuerst mit fester Nahrung, und geben Sie ihm die Milch anschließend. Das ist eine gute Möglichkeit ihm dabei zu helfen, feste Nahrung und Milch in einem ausgewogenen Verhältnis zu sich zu nehmen. Hilfreich ist es auch, wenn Sie Ihrem Kind bereits vor seinem ersten Geburtstag das Trinken aus der Tasse beibringen. Bedenken Sie aber, dass Sie Milch nicht durch Saft ersetzen können. Sie können Ihrem Kind Apfelsaft, hellen Traubensaft oder Birnensaft aus einer Tasse geben, aber nicht mehr als 120 ml pro Tag, denn Saft kann auch Durchfall, Karies und Wachstumsstörungen verursachen.

Weitere Sicherheitstipps für die Fütterung
Kleine Kinder erkranken schnell und können sich leicht verletzen. Beachten Sie deshalb bei der Fütterung die folgenden Vorsichtsmaßnahmen:
  • Erstickungsgefahr vermeiden: Achten Sie darauf, dass die Nahrung für Ihr Kind weich ist und in kleine Stücke geschnitten wurde. Vermeiden Sie Nahrungsmittel, an denen sich Ihr Kind verschlucken könnte, wie große Fleischstücke, ganze Trauben, in Scheiben geschnittene Würstchen (schneiden Sie sie stattdessen in Streifen), rohe Karotten, Popcorn, Nüsse und Bonbons. Schnallen Sie Ihr Kind im Füttersitz so an, dass es beim Essen immer in sitzender Position bleibt, und lassen Sie es dabei nie unbeaufsichtigt. Lernen Sie für den Notfall, wie Sie bei Erstickungsgefahr erste Hilfe leisten können.
  • Verbrennungen vermeiden: Erwärmen Sie das Fläschchen oder andere Nahrung Ihres Kindes besser nicht in der Mikrowelle, da sich so überhitzte Bereiche bilden können, an denen sich Ihr Kind den Mund verbrennen kann.
  • Nahrungsmittelvergiftungen vermeiden: Geben Sie Ihrem Kind keinen Honig, bevor es ein Jahr alt ist. Er kann Botulismus hervorrufen, eine ernste Erkrankung. Waschen Sie Ihre Hände nach dem Windelwechseln, nach dem Berühren von Tieren oder rohem Fleisch und vor dem Zubereiten von Nahrung oder Fläschchen gründlich. Lässt Ihr Kind nach der Mahlzeit Milch im Fläschchen oder Essen in der Schale übrig, entsorgen Sie diese Reste, da sie Keime enthalten und nicht mehr frisch sind.